Der Kadenz-Quartsextakkord

Der Begriff klingt vielleicht kompliziert, aber der Kadenz-Quartsextakkord ist ein klassisches Element der Harmonielehre.
Er kommt fast immer im Zusammenhang mit einer Kadenz vor, zum Beispiel bei Akkordfolgen wie I–IV–V–I oder II–V–I.


🎵 Was ist ein Quartsextakkord?

Ein Quartsextakkord ist die zweite Umkehrung eines Dreiklangs.

Beispiel in C-Dur:

  • Grundstellung: C – E – G
  • Zweite Umkehrung: G – C – E

👉 Der Basston ist hier G, darüber liegen:

  • C (eine Quarte über dem Bass)
  • E (eine Sexte über dem Bass)

➡️ Daher der Name: Quartsextakkord


🎭 Was macht ihn so besonders?

Der Kadenz-Quartsextakkord ist kein eigenständiger Akkord mit eigener Funktion.
Er ist vielmehr eine Verzierung der Dominante.

👉 Obwohl die Töne wie ein Tonika-Akkord aussehen, gehört er funktional zur Dominante (V).


📄 Beispiel in C-Dur

Typische Kadenz:
C – G – C (I – V – I)

Mit Kadenz-Quartsextakkord:
C – (G–C–E) – G – C
oder ausgeschrieben: I – I⁶⁴ – V – I

👉 Der Akkord G–C–E ist der Kadenz-Quartsextakkord.


🔍 Warum gehört er zur Dominante?

Obwohl er die Töne der Tonika enthält (C–E–G), passiert Folgendes:

  • Der Bass bleibt auf G (Dominantton)
  • Die Töne C und E wirken wie Vorhalte
  • Sie lösen sich schrittweise nach unten auf:
    • C → H
    • E → D

➡️ Ergebnis: G-Dur (G–H–D)

👉 Deshalb versteht man den Quartsextakkord als „Dominante mit Vorhalten“, nicht als echte Tonika.


⚠️ Die typische Bewegung

Du findest fast immer dieses Muster:

  • Bass bleibt gleich (z. B. G)
  • Oberstimmen lösen sich abwärts

G – C – E
G – H – D

Das erzeugt eine starke Spannung und eine klare Auflösung.

 


🧠 Merksatz

👉 Der Kadenz-Quartsextakkord sieht aus wie Tonika, funktioniert aber wie Dominante.

 


🎼 Wann wird er verwendet?

  • Am Ende von Phrasen (Kadenz)
  • In klassischer Musik (Mozart, Beethoven etc.)
  • Zur Verstärkung der Dominantwirkung
  • Um Spannung vor der Auflösung zu erhöhen

 


⚠️ Wichtige Besonderheiten

  • Er steht fast immer auf der V. Stufe im Bass
  • Er wird fast immer zur Dominante aufgelöst
  • Er wirkt instabil und verlangt nach Auflösung

 


🎹 Kurzes Praxisbeispiel

In C-Dur:

  1. Spiele C-Dur (C–E–G)
  2. Dann G im Bass + C–E darüber
  3. Dann G–H–D
  4. Zurück zu C

Du hörst sofort: ➡️ Der Quartsextakkord erzeugt Spannung, die sich im Dominantakkord entlädt.


🎯 Zusammenfassung

Der Kadenz-Quartsextakkord ist kein eigenständiger Akkord im funktionalen Sinn, sondern ein wichtiger Spannungsverstärker der Dominante.

Er:

  • steht auf der V. Stufe (im Bass)
  • enthält die Töne der Tonika
  • löst sich in die Dominante auf

👉 Damit ist er ein zentrales Stilmittel für klare, klassische Schlusswirkungen.

 

 

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